Atmen - das tiefste Mantra
Der Atem dringt ein - lasse Dein ganzes Wesen dieses Einatmen widerspiegeln.Du atmest aus - lasse Dein ganzes Wesen das Ausatmen widerspiegeln, und Du wirst eine unbeschreibliche Ruhe und Stille fühlen. Du atmest hier und jetzt. Du kannst weder morgen atmen, noch kannst Du gestern atmen. Atmen musst Du in diesem Augenblick! Mit dem bewussten Atmen bringst Du Deinen Geist ins Hier und Jetzt!
(Osho)

Schon in der chinesischen, der indischen wie auch der tibetischen Medizin gehören Atemübungen seit etlichen tausend Jahren zum festen Repertoire der heilungsfördernden Maßnahmen. Ursprünglich kommen sie aus dem Umkreis des Mönchtums. Die Klöster waren es, in denen die speziellen Techniken des Atems gelehrt und überliefert wurden, gemeinsam mit meditations- und yogaähnlichen Übungen.

Atemschulen finden wir auch in der Tradition ostkirchlicher Mönche sowie der islamischen Mystik der Sufis. Mittlerweile hat auch der Westen die wohltuenden, heilenden und beruhigenden Wirkungen von Atemübungen kennen und schätzen gelernt.

Neben z. B. der Integralen Atemschule nach Klara Wolf und der Bioenergetik nach Alexander Lowen hat besonders Prof. Ilse Middendorf, Gründerin des Lehrinstituts für den "Erfahrbaren Atem" in Berlin, die Atemarbeit im Westen entscheidend weiter entwickelt.

Atem ist eine lebenstragende Funktion.
Atmend können wir unseren Leib kennenlernen.
Atem kann erfahren und erlebt werden.
Rechtes Atmen löst und bringt dem Übenden Gelassenheit.

(Ilse Middendorf)

Einsatz von Atemübungen

Atemübungen werden bei der Behandlung von Atem- und Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma, chron. Bronchitis, Lungenemphysem) eingesetzt sowie beim Sport, der Geburtsvorbereitung, bei der Sprach- und Stimmbildung (z. B. Logopädie, Gesangsunterricht, Chor). Darüber hinaus sind sie ein Bestandteil in der therapeutischen Arbeit (z. B. bei Angstpatienten, Unruhezuständen) sowie zentrales Thema im Yoga, im autogenen Training und in der Meditation. Atemübungen wirken entspannend bei nervösen Erschöpfungszuständen, depressiven Verstimmungen, Rückenschmerzen und Menstruationsbeschwerden. Sie können Heilung unterstützen bei z. B. Durchblutungsstörungen, zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck, Verdauungsstörungen und Darmträgheit.

Richtig atmen, falsch atmen!?

Atmen üben - wozu üben? Atmen ist doch angeboren, das kann jeder! Als Baby haben wir zuletzt "richtig" geatmet, denn Babys tun dies instinktiv, danach haben wir es verlernt. Wir atmen zu schnell, zu flach und zu kurz. Unruhe, Aggressionen, Sorgen und Stress jeder Art tragen dazu bei, dass wir das richtige Atmen "vergessen". Dies hat auf Dauer negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Lebensdauer.

Unser Atem ist ein „Werkzeug“ zur Reinigung und Neubelebung des Körpers. Die Art wie wir atmen macht deutlich, welche Gefühle wir uns selbst gegenüber haben und wie wir uns mit der Welt verbinden. Wie sehr das Atmen mit unseren Gefühlen verbunden ist zeigen uns die Sätze wie:

Mir stockt der Atem
Ich brauche eine Atempause
Den Dingen hinterher hecheln
Dafür brauche ich einen langen Atem
Ich muss Dampf ablassen
Keine Zeit zum Luftholen
Nach Luft schnappen
Dicke Luft
Atemlose Spannung
Gute Atmophäre
Tief durchatmen, usw.

Fehlatmungsformen sind uns so zur Gewohnheit geworden, dass wir sie oft noch nicht einmal als solche erkennen.

Ankommen bei sich selbst, Ruhepunkte finden, Zentrierung, Verbesserung der Körperfunktionen, bessere Durchblutung, bessere Sauerstoffversorgung, Entgiftung (Verbrauchtes wird abgegeben, Neues kann optimal aufgenommen werden), mehr Energie, Frische, Klarheit, Stressabbau, Lebendigkeit ... und vieles mehr können wir gewinnen, wenn wir den Atem als Verbündeten nutzen.

Atemübungen können auch in Kombination mit Körperübungen (z. B. Yoga, Qi Gong), Mantras, Mudras, Farben, Klängen, Düften, Druckpunkten, geführten Meditationen und Affirmationen helfen, die Kraft des Atems zu lenken und zu vertiefen.

In meinen Seminaren lernen wir Atemformen und –techniken aus verschiedenen Lehrsystemen kennen (z. B. aus dem Yoga, nach Prof. Ilse Middendorf). Bewusst nehmen wir wahr, was der Erfahrbare Atem bewirkt. Die tiefe natürliche Atmung ist ein wichtiges Fundament für uns, weil damit die Körperfunktionen automatisch harmonischer ablaufen und unsere psychische Situation positiv beeinflusst wird.

Angebote zu diesem Thema: siehe unter "Aktuelles" - Atemreisen in der Salzgrotte Bookholzberg!

Sobald wir gelernt haben, mit der Energie des Atmens in Berührung zu treten, wird das Atmen zu einer unerschöpflichen belebenden Quelle für Körper, Geist und Seele. (Tarthang Tulku)


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